Schwarzenfels

Im Mittelgebirgszug der Basaltkuppen der Hessischen Vorderrhön gelegen,

tritt über eine Bergnase des Hopfenberges

in exponierter Lage eine Burg hervor.Teilweise als Ruine, zum anderen Teil noch erhalten.

Sie thront hoch über das gleichnamige Dorf.

Von der Höhe des Bergfrieds, der 1975 als Aussichtspunkt fertiggestellt wurde,

hat man einen weiten Blick ins Land hinein.

So mag es auch den Rittern und anderen Burgbewohnern ergangen sein, als man die Stelle zum Bau einer

festen Anlage ausgewählt hatte.

Die erste Anlage soll vor etwa 1000 Jahren entstanden sein behauptet ein Chronist anno 1847.

Die beiden ältesten Urkunden stammen aus dem Jahre 1280. Ritter Gottfried von Steckelberg

wird dort als Amtmann von Schwarzenfels genannt.

Von den Einwohnern und ihrer Viehherde war erst ab 1358 die Rede.

Die Entwicklung ist weiter gegangen, so dass Schwarzenfels mit seiner Burg zu einem Hauptort bzw.

Mittelpunkt eines Amtsbereiches wurde, dass den Namen Amt Schwarzenfels trug.

Seinen Höhepunkt erlebte das Dorf mit seiner Burg in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Dort befanden sich ausser dem Hessischen Justizamt eine Gendameriesektion, eine Forstinspektion,

ein Gefangenenhaus sowie eine Renterei und Zehntscheune. Die Fürstlich Thurn- und Taxische

Postexpedition, das Oberzunftamt mit Zunftschenke bis hin zum Stockhaus und dem Pranger.

Die evangelische Kirche besitzt seit 1810 einen Kirchenraum. Eine Kirche bzw. ein Kirchenraum

befand sich schon seit allen Zeiten auf der Burg.

Von der Umwandlung der Burg zu einem Schloß kann ab dem Jahre 1557 ausgegangen werden.

Graf Philipp III. von Hanau - Münzenberg errichtete auf den Mauern der alten Burg ein Schloss

dass er den Hanauer Grafenwitwen als ihren Witwensitz zuwies.

Dies steigerte sich nochmals dahingehend, als der Bruder des regierenden Hanauer Grafen,

namens Albrecht,

mit seiner Gattin Ehrengard von Ysenburg-Büdingen zu Birstein, die Schwarzenfelsische

Nebenlinie des Hauses Hanau gründete.

Das Aussterben der Grafenlinie und das Ende des 30-jährigen Krieges brachten vielerlei Veränderungen

mich sich.

Schwarzenfels und seine Amtsorte wurden Hessisch. In dem erhalten gebliebenen Teil des

Schlosses wurde weiterhin verwaltet und die Gerichtsbarkeit ausgeübt.

Für die damalige Bevölkerung galt der Ort als Mittelpunkt vieler Dienstleistungen.

Es befanden sich hier seit 1831 eine Apotheke und ein praktizierender Arzt, der weit über

die Grenzen des Amtsbereiches bekannt war.

Er kam als junger Feldscher und übte die Aufgabe des Amtswundarztes aus. Er war Augenarzt,

Geburtshelfer und war sehr der Naturheilkunde zugetan.

An Den festgesetzten Gerichtstagen war allerhand los im Dorf. Auch an den Markttagen kam

etliches Volk zusammen.

An diese Markttage anknüpfend hat sich, durch örtliche Vereine, eine Arbeitsgemeinschaft ARGE

gebildet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Historie in der Gegenwart zu veranschaulichen.

Seit 1990 fanden in unregelmässigen Abständen Ritterfeste, Zunftsitzungen, Gerichtsdarstellungen statt,

zahlreichem Publikum auf dem Schlosshof vorgeführt.
Besondere Schwerpunkte waren die Markttage. So gab es Kunsthandwerker- Kunstmärkte und Darstellungen

alter Handwerkskunst.

Kontinuierlich wird am 1. Adventswochenende der Schwarzenfelser Weihnachtsmarkt durchgeführt, der auch an

das alte Marktrecht erinnert.
Die Besonderheit des Schwarzenfelser Weihnachtsmarktes ist, dass nur selbsthergestellte und

selbstgefertigte Waren zum Angebot kommen.

Auch kommt der Schwarzenfelser Weihnachtsmann nicht wie üblich auf einem Rodelschlitten, sondern er

kommt auf mehreren Schlittengespannen die von Huskys gezogen werden.

Sonstige immer wiederkehrende Dorffeste sind:
Am 2. Wochenende im September unsere Kirmes (Kirchweih) sowie am 1. Samstag im Oktober das

Schwarzenfelser Weihnfest.

Alle anderen Vereinsmässigen Termine werden von den jeweiligen Veranstaltern sporadisch festgelegt.

Ein besonderes Vorzeigeangebot leistet die Schwarzenfelser Gastronomie.

Beide Gaststätten, das Gasthaus zur Linde, mitten im Ort gelegen und das Gasthaus zur Burg,

auf dem Weg zur Burg, sind auf ständigen Besuch eingerichtet und bieten Ihren Gästen

Gelegenheit zur Geselligkeit, Famielienfeiern usw.

Ausserdem sind die Räumlichkeiten für Tagungen und Seminare geeignet. Beide besitzen eine Panoramaterasse.

Auf dem Schlossareal, in den Öffnungsmonaten (1. März - 31. Oktober), Dienstags Ruhetag, ist

ein Kiosk mit Freisitz, vom Burgwart bewirtschaftet. In der oberen Etage des Marsstallgebäudes befindet

sich ein Jugendfreizeitlager für ca. 50 Jugendliche.
Die Verwaltung ist bei der Liegenschaftsstelle des Finanzamtes Fulda angesiedelt.

In unserem Ort befinden sich:
Eine Landmetzgerei
Eine Holzwerkstätte
Eine Schlosserei und Schmiede
Eine Wagnerei alten Stils
Ein Schuster
Ein Kindergarten

Neben einigen Nebenerwerbslandwirten gibt es noch 3 Vollandwirte.


Als eine besondere Auszeichnung empfinden wir es, dass sich Künstler angesiedelt haben.
So können wir stolz sein auf :

Einen renomierten Glasmaler
Einen Holz-Objekt-Dreher
Einen Tiffany-Objektkünstler
Mehrere Tonkünstler
Eine Porzellanpuppenherstellerin

Als selbstständige Einrichtung ist seit 1983 ein Rehabilitationszentrum für ca. 25 Drogenkranke junge Menschen

auf dem Gelände des früheren Hofgutes etabliert.

Die Mitglieder unserer Arbeitsgemeinschaft stellen sich zusammen aus dem Ortsbeirat und den

örtlichen Vereinen die da sind:

Freiwillige Feuerwehr, gegründet 1877
Kyffhäuser Kameradschaft, gegründet 1891
Turn- und Sportverein, gegründet 1906
Frauenkreis, gegründet 1910
VdK- Ortsgruppe, gegründet 1948
Rhönclub Zweigverein, gegründet 1975
Fremdenverkehrsverein, gegründet 1981
Heil- und Lebensstätte, gegründet 1983
Jugendclub, gegründet 1990

Der selbständige Ort Schwarzenfels kam am 01.07.1972 zur Gemeinde Sinntal.

Die Gemarkung beläuft sich auf 1202 ha.

Die Einwohnerzahl schwankt zwischen 580-600 Personen.

Höhenmasse:
Alte Schule 382 ÜNN
Dorfmitte/Linde 390 ÜNN
Güntershof 395 ÜNN
Hopfenberg 492 ÜNN
Eschenberg 516 ÜNN

Karl Ulrich